Verkehrschaos in den Niederlanden: Winterwetter und IT-Panne legen Züge und Flughafen lahm
In den Niederlanden ist es binnen weniger Stunden zu einem massiven Verkehrschaos gekommen. Ein Wintereinbruch mit Schnee und Glätte traf auf eine schwerwiegende IT-Störung – mit der Folge, dass der Zugverkehr weitgehend zusammenbrach und am Amsterdamer Flughafen Schiphol zahlreiche Flüge ausfielen oder verspätet starteten. Reisende mussten sich auf lange Wartezeiten, überfüllte Terminals und improvisierte Alternativrouten einstellen.
Wintereinbruch sorgt für Störungen im Bahnverkehr
Auslöser der ersten Probleme war ein plötzlicher Kälteeinbruch mit Schneefall, der vor allem den Bahnverkehr in den Niederlanden stark beeinträchtigte. Glatte Schienen, vereiste Weichen und eingeschränkte Sicht führten dazu, dass viele Verbindungen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr fahren konnten.
- Zahlreiche Regional- und Fernzüge fielen kurzfristig aus
- Fahrgäste mussten auf langsamer fahrende Ersatzverbindungen ausweichen
- In wichtigen Knotenbahnhöfen bildeten sich dichte Menschenansammlungen
Die niederländische Bahn rief Reisende dazu auf, nur unbedingt notwendige Fahrten anzutreten und sich vorab über den aktuellen Stand zu informieren. Dennoch strandeten viele Pendlerinnen und Pendler an Bahnhöfen, weil Anschlüsse nicht mehr erreicht wurden oder Verbindungen komplett gestrichen waren.
IT-Störung verschärft Lage an Flughafen Schiphol
Parallel zu den witterungsbedingten Problemen traf eine IT-Störung den internationalen Luftverkehr. Am Flughafen Amsterdam-Schiphol kam es zu erheblichen Einschränkungen bei der Abfertigung. Nach Angaben der Betreiber war ein zentrales Computersystem betroffen, das für die Koordination von Flügen, Gate-Zuteilungen und Gepäcklogistik zuständig ist.
Die Folge: Flüge konnten nicht wie geplant abgefertigt werden, Boarding-Prozesse verzögerten sich und Maschinen blieben länger als vorgesehen am Boden. In Kombination mit dem Winterwetter führte dies zu einer Kettenreaktion im Flugplan.
- Mehrstündige Verspätungen auf inner-europäischen und interkontinentalen Strecken
- Vereinzelt Annullierungen, wenn Zeitfenster und Crewdienstzeiten überschritten wurden
- Lange Warteschlangen an Check-in-Schaltern und Sicherheitskontrollen
Fluggäste wurden aufgefordert, frühzeitig zum Flughafen zu kommen und sich regelmäßig über den Status ihrer Flüge zu informieren. Airlines empfahlen zudem, wenn möglich auf alternative Reisetage auszuweichen.
Reisende zwischen Warteräumen und Notlösungen
Für viele Betroffene bedeutete das Verkehrschaos eine Zwangspause. An Bahnhöfen und im Terminal von Schiphol suchten Reisende nach Sitzplätzen, Steckdosen und aktuellen Informationen. Familien, Geschäftsreisende und Urlauber waren gleichermaßen betroffen.
Einige Passagiere versuchten, mit Fernbussen oder Mietwagen weiterzukommen, doch auch auf den Straßen herrschten winterliche Bedingungen. Staus und langsamer Verkehr erschwerten spontane Ausweichrouten zusätzlich.
Besonders problematisch war die Situation für Menschen mit Anschlussverbindungen, etwa zu internationalen Flügen oder wichtigen Terminen. Sie mussten in vielen Fällen umplanen, umbuchen oder Übernachtungen organisieren, wenn weder Bahn noch Flugzeug rechtzeitig verfügbar waren.
Reaktionen der Behörden und Ausblick
Die niederländischen Verkehrsbehörden und Betreiberunternehmen standen unter Druck, die Lage schnell zu stabilisieren. Techniker arbeiteten daran, die IT-Störung am Flughafen zu beheben, während Einsatzteams bei Bahn und Infrastrukturbetreibern versuchten, die wetterbedingten Einschränkungen zu minimieren.
Nach ersten Einschätzungen dürfte es auch nach der Behebung der Störung noch einige Zeit dauern, bis sich der Verkehr wieder normalisiert. Verspätungen und Verschiebungen im Fahr- und Flugplan können sich über Stunden oder sogar Tage fortsetzen, weil Crews, Flugzeuge und Züge neu disponiert werden müssen.
Reisenden wird geraten, kurzfristige Informationen der jeweiligen Bahn- und Fluggesellschaften zu nutzen und flexible Alternativen einzuplanen. Auch eine Anpassung der Reisezeiten – etwa auf verkehrsärmere Tagesrandlagen – kann helfen, Wartezeiten zu reduzieren.
Quellen und weiterführende Informationen
- https://www.rijksoverheid.nl
- https://www.schiphol.nl
- https://www.ns.nl
- https://www.euronews.com
- https://www.bbc.com
Quelle: Berliner Zeitung

