Sicherheitslücke bei Android-Geräten: So prüfen Nutzer, ob sie betroffen sind
Eine neu bekannt gewordene Sicherheitslücke bei Android sorgt aktuell für Verunsicherung. Betroffen sind vor allem Smartphones und Tablets mit bestimmten Chipsätzen, die in sehr vielen Geräten verbaut sind. Der Fall zeigt erneut, wie wichtig regelmäßige Updates und ein wachsames Auge bei ungewöhnlichem Verhalten des eigenen Geräts sind.
Was hinter der aktuellen Android-Sicherheitslücke steckt
Im Mittelpunkt der Warnungen stehen Schwachstellen in Komponenten, die von mehreren großen Herstellern in Android-Geräten genutzt werden. Über diese Lücken könnten Angreifer im schlimmsten Fall Schadsoftware einschleusen, Daten auslesen oder die vollständige Kontrolle über ein Gerät übernehmen. Besonders kritisch: Viele dieser Bauteile stecken in einer Vielzahl von Modellen, vom günstigen Einsteigergerät bis zum teuren Flaggschiff.
Die Sicherheitslücke betrifft nach derzeitigem Kenntnisstand vor allem Geräte, die noch keine aktuellen Sicherheitsupdates erhalten haben. Sicherheitsforscher und Hersteller arbeiten daran, die Lücken zu schließen und entsprechende Patches bereitzustellen. Nutzer sind nun gefordert, ihre Geräte zu prüfen und verfügbare Aktualisierungen zeitnah zu installieren.
So erkennen Nutzer, ob ihr Android-Gerät gefährdet ist
Ob ein Smartphone oder Tablet von der Sicherheitslücke betroffen ist, lässt sich in erster Linie über die installierte Android-Version und den Stand des Sicherheitspatches prüfen. Je aktueller diese Angaben sind, desto geringer ist das Risiko, dass bekannte Schwachstellen noch ausnutzbar sind.
- In den Systemeinstellungen des Geräts zum Punkt Über das Telefon oder Telefoninfo wechseln.
- Dort die Angaben zu Android-Version und Sicherheitsupdate bzw. Android-Sicherheitspatch-Ebene aufrufen.
- Prüfen, ob ein aktuelles Sicherheitsupdate installiert ist oder ob ein Update bereitsteht.
- Falls ein Update verfügbar ist, dieses umgehend herunterladen und installieren.
Bleibt ein Gerät trotz mehrmaliger Prüfung ohne neues Sicherheitsupdate, kann es sein, dass der Hersteller für dieses Modell keine Aktualisierungen mehr anbietet. In solchen Fällen steigt das Risiko, dass bekannte Sicherheitslücken dauerhaft offen bleiben.
Typische Anzeichen für mögliche Angriffe und Kompromittierungen
Auch wenn ein Gerät formal als „gepatcht“ gilt, lohnt sich ein Blick auf mögliche Warnsignale. Auffälliges Verhalten kann ein Hinweis darauf sein, dass Schadsoftware aktiv ist oder versucht, sich festzusetzen.
- Plötzlich stark verkürzte Akkulaufzeit ohne erkennbaren Grund.
- Überhitzung des Geräts im Standby oder bei einfachen Anwendungen.
- Ungewohnte Pop-ups, Werbeeinblendungen oder Weiterleitungen im Browser.
- Apps, die ohne eigenes Zutun installiert wurden oder Berechtigungen nachträglich ausweiten.
- Erhöhtes Datenvolumen, obwohl das Nutzungsverhalten unverändert geblieben ist.
Treten mehrere dieser Symptome gleichzeitig auf, sollten Nutzer das Gerät genauer prüfen, verdächtige Apps deinstallieren und im Zweifel eine Sicherheits-App eines seriösen Anbieters einsetzen. In besonders kritischen Fällen kann ein vollständiges Zurücksetzen auf Werkseinstellungen sinnvoll sein – nach vorherigem Backup wichtiger Daten.
Wie sich Android-Nutzer jetzt besser schützen können
Die aktuelle Sicherheitslücke zeigt, wie verwundbar das Ökosystem rund um Android-Geräte ist. Gleichzeitig gibt es eine Reihe von Maßnahmen, mit denen sich das persönliche Risiko deutlich reduzieren lässt.
- Updates regelmäßig installieren: Betriebssystem- und Sicherheitsupdates sollten nicht aufgeschoben, sondern möglichst zeitnah nach Verfügbarkeit eingespielt werden.
- Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen laden: Der Google Play Store und etablierte Anbieter sind in der Regel sicherer als unbekannte Download-Portale.
- Berechtigungen kritisch prüfen: Apps sollten nur die Zugriffe erhalten, die sie für ihre Funktion wirklich benötigen.
- Kein Rooten ohne Not: Das Entsperren zusätzlicher Systemrechte kann Schutzmechanismen aushebeln und Angriffe erleichtern.
- Sicherheitsfunktionen aktivieren: Gerätesperre, Bildschirmsperre, Gerätesuche und optional eine seriöse Sicherheits-App erhöhen das Schutzniveau.
Wer ältere Android-Geräte nutzt, sollte zudem abwägen, ob ein Umstieg auf ein aktuelleres Modell sinnvoll ist. Geräte ohne Sicherheitsupdates bleiben langfristig anfällig für bekannte Schwachstellen.
Rolle der Hersteller und Bedeutung schneller Sicherheitsupdates
Die Verantwortung für den Schutz vor solchen Sicherheitslücken liegt nicht allein bei den Nutzern. Hersteller von Android-Geräten und Komponenten stehen unter Druck, entdeckte Schwachstellen rasch zu analysieren und Updates bereitzustellen. Verzögerungen bei der Auslieferung von Patches können dazu führen, dass Millionen Geräte über längere Zeit angreifbar bleiben.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Branche, Sicherheitsupdates über einen längeren Zeitraum zu garantieren. Längere Update-Zusagen und transparente Informationen über den Supportzeitraum eines Modells werden für viele Käufer zunehmend zu einem wichtigen Kriterium bei der Auswahl eines neuen Android-Geräts.
Quellen und weiterführende Informationen
- https://www.bsi.bund.de
- https://www.heise.de
- https://www.android.com
- https://www.kaspersky.de
- https://www.av-test.org
Quelle: Joyn

