
Cyberangriff auf die LMU München: Rund 600.000 Datensätze betroffen
Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat neue Details zu ihrem IT-Sicherheitsvorfall veröffentlicht. Nach den aktuellen forensischen Erkenntnissen ist der gesamte Datenbestand des Zulassungssystems betroffen. Die LMU geht von rund 600.000 Datensätzen aktueller und ehemaliger Studierender aus. Die gespeicherten Immatrikulationsdaten reichen teilweise etwa 50 Jahre zurück.

Welche Daten betroffen sind
Der Umfang unterscheidet sich je nach Alter der Datensätze. Bis einschließlich 1994 seien nach Angaben der Universität ausschließlich Stammdaten und Semesterhistorien gespeichert. Ab 2005 können umfangreichere Angaben enthalten sein, darunter teilweise auch Bankdaten. Außerdem nennt die LMU Identitäts- und Kontaktdaten sowie im Einzelfall Informationen zum Studienverlauf und zu Beurlaubungsgründen.
Nicht betroffen seien nach bisherigem Stand Passwörter, Prüfungsinformationen, konkrete Studieninhalte und individuelle Leistungsdaten. Die LMU betont außerdem, dass es bislang keine Anhaltspunkte für eine Veröffentlichung der Daten oder eine anderweitige missbräuchliche Verwendung gibt. Das Darknet werde weiter überwacht.

Vorlesungsverzeichnis LSF wieder teilweise erreichbar
Nach dem Angriff waren vorsorglich weitere Systeme abgeschaltet worden. Seit dem 30. September ist das zentrale Online-Vorlesungsverzeichnis LSF wieder eingeschränkt verfügbar. Zunächst stehen unter anderem das Anpassen und Belegen von Veranstaltungen sowie der Abruf von Notenspiegeln bereit.
Aus Sicherheitsgründen ist LSF zunächst nur im Münchner Wissenschaftsnetz und im LMU-Verwaltungsnetz direkt erreichbar. Von außerhalb ist eine VPN-Verbindung erforderlich. Weitere Systeme sollen nach Sicherheitsprüfungen schrittweise folgen.

Was Betroffene jetzt beachten sollten
- Persönlich adressierte E-Mails nicht automatisch als vertrauenswürdig einstufen.
- Links und Anhänge auch bei bekannten Absendern sorgfältig prüfen.
- Bei Anrufen oder Nachrichten mit LMU-Bezug keine Bankdaten oder Passwörter preisgeben.
- Mit Phishing-Versuchen rechnen, die Namen, Studienbezug oder andere echte Daten zur Täuschung verwenden.
Gerade der letzte Punkt ist wichtig: Echte persönliche Daten können Phishing-Nachrichten deutlich glaubwürdiger wirken lassen. Wie Angriffe trotz scheinbar vertrauenswürdigem Absender funktionieren, zeigt auch mein Ratgeber „Phishing trotz echtem Absender“.



