
Windows 11: Dateiversionsverlauf kann nach September-Update ausfallen
Ein Backup-Fehler fällt oft erst dann auf, wenn man die Sicherung wirklich braucht. Genau das macht den neuesten bekannten Fehler im September-Update für Windows 11 unangenehm: Microsoft bestätigt, dass der Dateiversionsverlauf nach den Sicherheitsupdates vom September 2026 auf einigen Systemen keine neuen Sicherungen mehr erstellen oder vorhandene Backups aktualisieren kann.
Das Problem wurde am 19. September 2026 in Microsofts Dokumentation ergänzt. Betroffen sind die aktuellen Windows-11-Zweige 26H1, 25H2, 24H2 und 23H2. Einen offiziellen Workaround gibt es derzeit nicht. Microsoft arbeitet an einer Korrektur für ein kommendes Windows-Update.

Was beim Dateiversionsverlauf genau schiefläuft
Der Dateiversionsverlauf ist die klassische, weiterhin in Windows 11 vorhandene Funktion für fortlaufende Dateisicherungen. Du findest sie über Systemsteuerung > System und Sicherheit > Dateiversionsverlauf. Als Ziel kann ein externes Laufwerk oder ein Netzwerkspeicher dienen.
Nach dem September-Update kann Windows laut Microsoft so tun, als wäre das Sicherungslaufwerk nicht erreichbar, obwohl es angeschlossen ist und grundsätzlich funktioniert. Besonders tückisch: Es kann so aussehen, als laufe die gewohnte Backup-Routine weiter, während tatsächlich keine neue Sicherung mehr geschrieben wird.
- Windows zeigt möglicherweise „Laufwerk erneut verbinden“, obwohl das Sicherungslaufwerk verfügbar ist.
- Der Zeitstempel „Letzte Sicherung“ wird nicht mehr aktualisiert.
- Bei bereits gesicherten Dateien kann „Keine vorherige Version verfügbar“ erscheinen.
- In der Ereignisanzeige können Abstürze mit
FileHistory.exeundKERNELBASE.dllauftauchen.

Welche Windows-11-Versionen betroffen sind
Microsoft führt den Fehler inzwischen auf den Supportseiten der September-Sicherheitsupdates für mehrere Windows-11-Versionen auf. Damit ist es kein Problem, das nur einen einzelnen Build betrifft.
| Windows 11 | September-Sicherheitsupdate | Status |
|---|---|---|
| 26H1 | KB5124012 | Dateiversionsverlauf als bekanntes Problem gelistet |
| 25H2 | KB5124008 | Dateiversionsverlauf als bekanntes Problem gelistet |
| 24H2 | KB5124008 | Dateiversionsverlauf als bekanntes Problem gelistet |
| 23H2 | KB5122880 | Dateiversionsverlauf als bekanntes Problem gelistet |
Wichtig ist dabei das Wort „kann“: Nicht jeder Rechner mit einem dieser Updates muss betroffen sein. Wenn du den Dateiversionsverlauf nutzt, lohnt sich aber eine Kontrolle unabhängig davon, ob Windows bereits eine Fehlermeldung zeigt.
Das Notfallupdate KB5129195 löst diesen Fehler nicht
Microsoft hat nach dem September-Patch bereits außerplanmäßige Updates veröffentlicht. Für Windows 11 24H2 und 25H2 ist das unter anderem KB5129195. Dieses Update behebt Probleme mit Remotedesktopdiensten und Hyper-V-basierten Linux-VMs und entschärft einen Teil der USB-Audio-Probleme.
Der jetzt dokumentierte Fehler des Dateiversionsverlaufs ist davon jedoch nicht als behoben aufgeführt. Mehr zu den bereits korrigierten Problemen findest du in unserem Beitrag zum Windows-Notfallupdate KB5129195.
Sind bestehende Backups jetzt verloren?
Dafür gibt es derzeit keinen allgemeinen Hinweis. Microsoft beschreibt vor allem, dass neue Sicherungen nicht erstellt beziehungsweise vorhandene Sicherungen nicht aktualisiert werden können. Die Meldung „Keine vorherige Version verfügbar“ bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Dateien auf dem Sicherungslaufwerk gelöscht wurden.
Trotzdem solltest du dich nicht allein auf die Anzeige in Windows verlassen. Prüfe zunächst, ob auf dem Sicherungsmedium weiterhin Daten vorhanden sind, und lösche oder initialisiere das Laufwerk nicht vorschnell neu. Gerade bei einem Backup-Problem ist es sinnvoll, den bestehenden Datenbestand unangetastet zu lassen, bis klar ist, was Windows nicht mehr korrekt erkennt.
So prüfst du, ob dein PC betroffen ist
- Öffne die Systemsteuerung und gehe zu System und Sicherheit > Dateiversionsverlauf.
- Kontrolliere den Zeitpunkt der letzten Sicherung. Passt er zu deinem üblichen Sicherungsintervall?
- Wenn „Laufwerk erneut verbinden“ erscheint, prüfe zunächst, ob das externe Laufwerk beziehungsweise der Netzwerkspeicher in Windows normal erreichbar ist.
- Versuche nicht sofort, die Sicherung neu einzurichten oder den Datenträger zu formatieren.
- Wenn du genauer prüfen willst, öffne die Ereignisanzeige und suche bei den Anwendungsereignissen nach Fehlern zu
FileHistory.exeoderKERNELBASE.dll.

Was du bis zum Microsoft-Fix tun solltest
Da Microsoft aktuell keinen offiziellen Workaround nennt, ist eine zweite Sicherungsmethode die vernünftigste Übergangslösung. Es geht dabei nicht darum, den Dateiversionsverlauf hektisch zu reparieren, sondern darum, dass wichtige Dateien weiterhin mindestens eine aktuelle zusätzliche Kopie besitzen.
- Wichtige Ordner manuell kopieren: Dokumente, Bilder, Projekte und andere unersetzliche Daten auf ein separates externes Laufwerk oder einen Netzwerkspeicher sichern.
- Zweite Backup-Lösung nutzen: Wer bereits eine andere Sicherungssoftware oder ein NAS mit eigener Backup-Funktion verwendet, sollte kontrollieren, ob diese Sicherungen aktuell und wiederherstellbar sind.
- Cloud-Synchronisierung nicht mit einem vollständigen Backup verwechseln: OneDrive oder ähnliche Dienste können eine zusätzliche Kopie liefern, ersetzen aber je nach Konfiguration kein unabhängiges Backup.
- Vorhandenen Dateiversionsverlauf nicht vorschnell löschen: Solange unklar ist, wann Microsoft den Fehler korrigiert, sollte die bisherige Sicherung nicht unnötig neu initialisiert werden.
- Windows-Update im Blick behalten: Microsoft kündigt die Lösung ausdrücklich für ein zukünftiges Windows-Update an.
Ein Sicherheitsupdate nur wegen dieses Fehlers pauschal zu deinstallieren, ist keine gute Standardlösung. Die September-Pakete enthalten wichtige Sicherheitskorrekturen. Wenn ein Rechner geschäftskritisch vom Dateiversionsverlauf abhängt, sollte die Entscheidung über ein Rollback deshalb gegen die Sicherheitsrisiken abgewogen und möglichst administrativ begleitet werden.
Ein Backup sollte nie nur von einem Mechanismus abhängen
Der Vorfall zeigt ein grundsätzliches Problem: Eine Sicherung ist nur dann wirklich hilfreich, wenn regelmäßig geprüft wird, ob sie tatsächlich läuft und ob sich Daten wiederherstellen lassen. Wer wichtige Daten nur über den Dateiversionsverlauf absichert, hat durch den aktuellen Fehler möglicherweise unbemerkt eine Lücke im Sicherungszeitraum.
Für wichtige private Daten und erst recht für Unternehmensdaten sollte mindestens eine zusätzliche, getrennte Sicherung vorhanden sein. In unserem Ratgeber warum Backups für Unternehmen unverzichtbar sind erklären wir, warum getrennte Sicherungen und regelmäßige Restore-Tests entscheidend sind.
Microsoft arbeitet an einer Lösung
Stand 21. September 2026 gibt Microsoft keinen Termin für die Korrektur an. Der Hersteller schreibt lediglich, dass an einer Lösung für ein zukünftiges Windows-Update gearbeitet wird. Die offiziellen Statusseiten für Windows 11 24H2 und 25H2, Windows 11 26H1 sowie Windows 11 23H2 werden bei neuen Informationen aktualisiert.
Fazit: Backup-Zeitstempel jetzt kontrollieren
Der neue Windows-11-Fehler ist weniger spektakulär als ein Bluescreen, im Ernstfall aber potenziell folgenreicher: Ein nicht laufendes Backup kann lange unbemerkt bleiben. Wenn du den Dateiversionsverlauf nutzt, solltest du deshalb jetzt prüfen, wann die letzte Sicherung tatsächlich erstellt wurde, und bis zum Microsoft-Fix eine zweite aktuelle Kopie wichtiger Dateien anlegen.



