KI

Google schickt KI-Chip ins All: Project Suncatcher startet ersten Orbitaltest

Google bringt Project Suncatcher aus dem Labor in den Orbit. Ein Prototyp-Satellit soll erstmals Tensor Processing Units (TPUs) unter realen Weltraumbedingungen testen. Die Mission fliegt im Rahmen der kommenden SpaceX-Rideshare-Mission Transporter-18 und wurde gemeinsam mit Planet entwickelt.

Satellit über der Erde als Symbolbild für Project Suncatcher
Symbolbild. Foto: SpaceX / Unsplash

Die erste Frage ist simpel: Überlebt KI-Hardware im All?

Project Suncatcher untersucht langfristig, ob sich skalierbare KI-Recheninfrastruktur im Erdorbit betreiben lässt. Bevor Google über ganze Rechencluster nachdenken kann, muss der Konzern allerdings klären, wie seine Chips mit Raketenstart, Strahlung, Temperaturwechseln und Kühlung im Vakuum zurechtkommen.

Der aktuelle Prototyp sammelt deshalb Messdaten zur physischen Belastung und zu Strahlungs- und Temperatureffekten. Google schreibt, dass die ersten TPUs bereits in der kommenden Woche in den Orbit gebracht werden sollen.

Satelliten im Orbit als Symbolbild für KI-Recheninfrastruktur im All
Symbolbild. Foto: Kevin Stadnyk / Unsplash

Trillium-TPUs wurden vorher mit Protonen beschossen

Im Labor hat Google Trillium-TPUs bereits in einer Protonenstrahlanlage getestet. Nach Angaben des Unternehmens überstanden die Chips eine Gesamtstrahlendosis, die über der erwarteten Belastung einer fünfjährigen Weltraummission liegt. Der reale Orbit bleibt trotzdem ein anderer Test: Dort kommen Vibrationen, Beschleunigung, Strahlung und thermische Bedingungen gleichzeitig zusammen.

Kühlung ist im Vakuum eine zentrale Hürde

Auf der Erde führen Rechenzentren Wärme mit Luft- und Flüssigkeitskühlung ab. Im Vakuum gibt es keine Luftströmung. Google experimentiert deshalb mit Heatpipes und Radiatoren, die die Abwärme der dicht gepackten TPU-Chips abstrahlen sollen. Der Orbitaltest soll zeigen, wie gut dieses Konzept außerhalb einer Simulationskammer funktioniert.

Satellit im Erdorbit als Symbolbild für Googles Project Suncatcher
Symbolbild. Foto: NASA Hubble Space Telescope / Unsplash

2027 sollen zwei Satelliten per Laser gekoppelt werden

Die größere Vision reicht weit über einen einzelnen Chip hinaus. Künftige Suncatcher-Satelliten sollen Dutzende TPUs tragen und über Hochbandbreiten-Laser miteinander kommunizieren. Für 2027 plant Google einen Test mit zwei Satelliten. Erst damit ließe sich untersuchen, ob mehrere Orbitalrechner wie ein verteiltes KI-System zusammenarbeiten können.

Noch kein Rechenzentrum im All

Bei aller spektakulären Idee ist Project Suncatcher derzeit ein Forschungsprojekt. Google testet einzelne Grundlagen und hat kein fertiges Weltraum-Rechenzentrum angekündigt. Der aktuelle Flug soll vor allem zeigen, welche Annahmen stimmen und an welchen Stellen die Technik scheitert oder nachgebessert werden muss.

Quelle: Google Research – Project Suncatcher

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Stefan Jäkel

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