KI

Qobuz kennzeichnet KI-Musik und nimmt sie aus Empfehlungen

Qobuz kennzeichnet vollständig KI-generierte Musik künftig direkt in seinen mobilen Apps. Der Streamingdienst führt einen sichtbaren „AI-Tag“ ein und verschärft zugleich seine Regeln für Empfehlungen, Suche und die Vergütung auffälliger Streams. Hintergrund ist die stark wachsende Menge automatisiert erzeugter Musik.

Kopfhörer neben Computerzubehör
Foto: Tomasz Gawłowski / Unsplash

Fast 69.000 KI-Titel pro Tag

Nach Angaben von Qobuz erreichen den Dienst täglich fast 69.000 KI-generierte Titel. Das entspreche rund 40,4 Prozent der neu angelieferten musikalischen Inhalte. Qobuz sieht darin nicht nur eine Frage der Kennzeichnung, sondern auch ein Problem für Kuration, Auffindbarkeit und die Verteilung von Tantiemen.

Kabellose Kopfhörer
Foto: Ervo Rocks / Unsplash

AI-Tag soll vollständig automatisierte Musik sichtbar machen

Der Dienst unterscheidet ausdrücklich zwischen KI als kreativem Werkzeug und vollständig industriell erzeugten Inhalten ohne erkennbaren menschlichen kreativen Eingriff. Der neue Hinweis soll auf Seiten von Alben, Singles und EPs sowie bei Künstlern, Labels und weiteren Metadaten erscheinen, wenn Qobuz einen Inhalt als KI-generiert identifiziert.

Kopfhörer für Musikwiedergabe
Foto: Lee Campbell / Unsplash

KI-Musik fliegt aus Empfehlungen – Betrugsstreams werden nicht vergütet

Als KI-generiert identifizierte Musik soll nicht in redaktionellen Empfehlungen landen. Darüber hinaus wertet Qobuz nach eigenen Angaben rund 60 Prozent der Streams auf identifizierten KI-Inhalten als betrügerisch; solche Abrufe werden nicht für Tantiemen berücksichtigt. Bestimmte KI-Titel ohne Streamingaktivität über mehr als 30 Tage sollen außerdem aus den Suchergebnissen entfernt werden. Bei als betrügerisch eingestuften Katalogen kann Qobuz weitergehende Maßnahmen ergreifen.

Ein Signal für die Streamingbranche

Die technische Erkennung von KI-Musik bleibt fehleranfällig. Qobuz koppelt die Kennzeichnung deshalb an seine eigenen Prüfverfahren und formuliert sie als Plattformpolitik, nicht als allgemeingültigen Nachweis über die Entstehung eines Stücks. Für Nutzer wird immerhin sichtbar, nach welchen Kriterien der Dienst Inhalte selbst einordnet.

Quelle

Qobuz: KI-generierte Musik – Maßnahmen und AI-Tag

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Stefan Jäkel

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