Nachrichten aus der Computerwelt

Zeabur stellt Betrieb nach Sicherheitsvorfällen ein: Entwickler müssen Dienste migrieren

Der Cloud-Plattformanbieter Zeabur beendet seinen Betrieb bis spätestens 31. Dezember 2026. In seiner offiziellen Erklärung nennt Gründer Yuanlin Lin zwei Sicherheitsvorfälle in kurzer Folge und strukturelle Probleme mit der gewachsenen Plattform. Für Kunden ist vor allem die kurze Übergangszeit kritisch: Schon ab 1. Dezember verändern sich Erneuerungen und die Verfügbarkeit geteilter Cluster.

Warum Zeabur aufgibt

Zeabur positionierte sich als einfache Plattform zum Bereitstellen von Webanwendungen, Containern und Datenbanken. Laut Gründer sei die technische Infrastruktur in der schnellen Entwicklungsphase immer komplexer geworden. Nach einem Vorfall im August kam es am 14. Oktober zu erneutem unberechtigtem Zugriff auf interne Systeme und teilweise Kundendienste. Die Untersuchungen zum Umfang liefen bei der Mitteilung noch.

Der Anbieter nennt nicht ausschließlich den Cyberangriff als wirtschaftlichen Grund. Er verweist auch auf eine veränderte Marktlage und die wachsenden Möglichkeiten automatisierter Softwarebereitstellung. Wer über Gründe berichtet, sollte diese Kombination nicht zur unbelegten Behauptung einer unmittelbar durch Hacker verursachten Insolvenz verkürzen.

Die Fristen bis Jahresende

  • Sofort: Der Neukauf dedizierter Server und Domains ist gestoppt; Domaintransfers und Anfragen zu Guthabenerstattungen sind vorgesehen.
  • Ab 1. Dezember: Verlängerungen dedizierter Server enden. Die Systeme werden mit Ablauf ihrer jeweiligen Vertragsfrist abgeschaltet. Dienste auf Shared-Clustern werden zunächst pausiert und können nach Anbieterangaben für Backups wieder gestartet werden.
  • 31. Dezember: Zeabur will sämtliche dedizierten Server und geteilten Cluster endgültig abschalten.
  • Noch offen: Der letzte mögliche Datenexport, das Datum einer späteren Datenlöschung und die Schließung des Supports waren beim Stand der Ankündigung noch nicht festgelegt.
Serverracks als Symbolbild für Cloud-Hosting und den geplanten Plattformwechsel
Symbolbild. Foto: imgix / Unsplash

Eine Cloud-Migration ist mehr als ein Datenbank-Export

Bei einer Anwendung müssen neben Datenbank und hochgeladenen Dateien auch DNS-Einträge, Umgebungsvariablen, automatische Jobs, E-Mail-Zustellung, Zertifikate und externe Speicherdienste berücksichtigt werden. Ein erfolgreicher Containerstart auf einem neuen Host ist noch kein vollständiger Umzug, wenn Zahlungen, Webhooks oder Dateiuploads weiter an die alte Plattform zeigen.

Sinnvoll ist ein Probelauf mit einer Kopie der Daten und anschließend ein geplanter Umschaltzeitpunkt mit kurzer DNS-Übergangsphase. Nach einem Sicherheitsvorfall sollten zudem Zugangsdaten und API-Keys auf Vertrauenswürdigkeit geprüft beziehungsweise bei tatsächlicher Exposition erneuert werden. Die Backup-Checkliste für Unternehmen hilft beim strukturierten Export.

Kunden sollten nicht bis zum endgültigen Abschalttermin warten

Da sich dedizierte Server schon im Dezember abhängig vom Vertragsende abschalten können, kann eine Migration Ende Dezember zu spät kommen. Am besten zuerst die konkret vertraglich angezeigten Ablaufdaten kontrollieren und ein unabhängiges Backup anlegen, bevor die alten Dienste verändert werden.

Quelle: Zeabur – offizielle Abschaltungsankündigung vom 17. Oktober.

computer4you regelmäßig bei Google sehen?

Füge computer4you als bevorzugte Quelle hinzu. So kann Google dir meine Beiträge bei passenden Nachrichtenthemen häufiger hervorheben.

Stefan Jäkel

Computer4You ist die privat betriebene Technikseite von Stefan Jäkel. Hinter der Website steht kein Unternehmen und kein Redaktionsteam. Stefan Jäkel wählt die Themen aus, veröffentlicht die Beiträge und trägt die inhaltliche Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen Technik-News, Windows und Software, IT-Sicherheit, Smartphones, Hardware, Gaming und praxisnahe Ratgeber.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht
Computer4You

Hier legst du fest, welche optionalen Dienste du zulassen möchtest. Notwendige Cookies bleiben für den sicheren Betrieb und zum Speichern deiner Entscheidung aktiv. Google Tag Manager ist mit Consent Mode v2 eingebunden; je nach Konfiguration können bereits vor einer Einwilligung cookielose Signale übermittelt werden. Einzelheiten findest du in meiner Datenschutzerklärung.

Technisch notwendige Cookies

Technisch notwendige Cookies und Speicherzugriffe ermöglichen den sicheren Betrieb der Website, grundlegende Funktionen und das Speichern deiner Datenschutzauswahl. Sie lassen sich nicht über die Cookie-Einstellungen deaktivieren.

Externe Inhalte & Analyse

Für die Verwaltung der Google-Einwilligung ist Google Tag Manager mit erweitertem Consent Mode v2 eingebunden. Je nach Tag-Konfiguration können Google-Dienste auch bei abgelehnter Analyse cookielose Einwilligungs- und Messsignale erhalten. Analyse-Cookies und weitergehende Messungen, etwa durch Google Analytics 4, werden nur entsprechend deiner Einwilligung verwendet. Daneben nutze ich Independent Analytics auf dem eigenen Server ohne Tracking-Cookies. Mehr dazu steht in der Datenschutzerklärung.

Marketing

Diese Kategorie ist für einwilligungspflichtige Marketing- oder Werbedienste vorgesehen. Aktuell ist auf Computer4You keine entsprechende Tracking-Integration aktiviert.