Nachrichten aus der Computerwelt

Matt Mullenweg ist wieder Automattic-Chef – nur zwei Tage nach seiner Beurlaubung

Matt Mullenweg ist wieder CEO von Automattic. Nur zwei Tage nachdem der Verwaltungsrat den WordPress-Mitgründer gegen seinen Willen beurlaubt hatte, erklärte Mullenweg seine Rückkehr an die Unternehmensspitze. Der Vorgang zeigt einen ungewöhnlich offenen Machtkampf bei dem Unternehmen hinter WordPress.com, WooCommerce, Tumblr und weiteren Webdiensten.

Vom erzwungenen Abschied zur schnellen Rückkehr

Am Mittwoch, dem 9. September 2026, hatte der Verwaltungsrat von Automattic Mullenweg zunächst in eine bezahlte Auszeit geschickt. Finanzchef Mark Davies übernahm vorübergehend die Rolle des CEO. Mullenweg schilderte die Entscheidung gegenüber Beschäftigten als gegen seinen Willen getroffen und erhob schwere Vorwürfe gegen Davies sowie weitere Mitglieder des Boards.

Schon am Freitag folgte die Kehrtwende. Wie The Verge berichtet, teilte Mullenweg intern mit, der Verwaltungsrat sei wieder auf einer Linie und er habe die Kontrolle über das Unternehmen zurück. Auch TechCrunch bestätigte die Rückkehr unter Berufung auf interne Mitteilungen. Eine ausführliche öffentliche Erklärung von Automattic zu den Hintergründen stand zunächst aus.

WordPress-Projekt und Automattic sind nicht dasselbe

Für Nutzer selbst gehosteter WordPress-Websites ist eine wichtige Unterscheidung entscheidend: Automattic ist ein privat geführtes Unternehmen, während WordPress als Open-Source-Projekt von einer weltweiten Gemeinschaft entwickelt wird. Die vorübergehende Beurlaubung bei Automattic bedeutete daher weder das Ende von WordPress noch einen unmittelbaren Wechsel bei WordPress.org.

Mullenweg nimmt allerdings in beiden Welten eine zentrale Rolle ein. Er ist Mitgründer von WordPress, prägt die strategische Entwicklung des Projekts und kontrolliert zugleich wesentliche Teile der kommerziellen Infrastruktur rund um Automattic. Deshalb haben interne Konflikte im Unternehmen auch für Hosting-Anbieter, Plugin-Entwickler und Agenturen Signalwirkung.

Was bedeutet das für Website-Betreiber?

  • Kurzfristig: Für normale WordPress-Installationen, Updates und Plugins sind keine direkten Auswirkungen bekannt.
  • Bei Automattic-Diensten: WordPress.com, WooCommerce, Jetpack und Tumblr laufen weiter; Betriebsunterbrechungen wurden nicht gemeldet.
  • Langfristig: Die schnelle Eskalation und ebenso schnelle Rückkehr werfen Fragen zur Unternehmensführung und zu den Entscheidungswegen bei Automattic auf.

Die Episode ist damit zwar vorerst beendet, aber nicht vollständig geklärt. Für die WordPress-Community wird entscheidend sein, ob Automattic die Hintergründe transparent aufarbeitet und wie stabil die Führung nach diesem öffentlichen Konflikt tatsächlich ist.

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Stefan Jäkel

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