WeWorm: Zero-Click-Wurm springt per WeChat-Anruf zwischen iOS und Android
Sicherheitsforscher haben mit WeWorm einen Zero-Click-Wurm demonstriert, der sich über WeChat-Anrufe zwischen iOS- und Android-Geräten verbreiten kann. Nach Angaben von Zimperium reicht ein eingehender Anruf aus; das Opfer muss ihn weder annehmen noch anderweitig mit dem Smartphone interagieren.
Die gute Nachricht vorweg: Die zugrunde liegende Schwachstelle wurde laut den Forschern inzwischen entschärft. Bei WeWorm handelt es sich um eine Forschungsdemonstration, nicht um den Nachweis einer derzeit massenhaft laufenden Angriffskampagne.

Angriff setzt am VoIP-Stack von WeChat an
Der demonstrierte Angriff nutzt einen Speicherfehler im VoIP-Bereich der Messenger-App. Ist ein Konto kompromittiert, kann es Kontakte anrufen und dabei den Fehler auslösen. Ein erfolgreich angegriffenes Gerät könnte anschließend wiederum weitere vertrauenswürdige Kontakte anrufen. Genau diese automatische Weitergabe macht aus einer einzelnen Zero-Click-Lücke einen möglichen Wurm.
Besonders problematisch an solchen Angriffen ist die fehlende Nutzerinteraktion. Klassische Hinweise wie ein verdächtiger Download, ein unbekannter Anhang oder eine Aufforderung zur Installation fehlen. Deshalb spielen zeitnahe App- und Betriebssystem-Updates bei Zero-Click-Lücken eine besonders große Rolle.

KI half bei der Suche nach der Schwachstelle
Nach Angaben von Zimperium wurde künstliche Intelligenz auch bei der Entdeckung der Schwachstelle und bei der Entwicklung des Demonstrations-Exploits eingesetzt. Das zeigt eine zweite Seite der aktuellen KI-Entwicklung: Die gleichen Werkzeuge, die Sicherheitsforscher bei Analyse und Fuzzing unterstützen, können prinzipiell auch die Entwicklung von Angriffstechniken beschleunigen.
Für Nutzer bedeutet das nicht, dass Messenger-Anrufe grundsätzlich unsicher sind. Der Fall zeigt vielmehr, warum Kommunikations-Apps eine große Angriffsfläche darstellen: Sie verarbeiten komplexe Audio-, Video- und Netzwerkdaten häufig schon bevor ein Nutzer sichtbar reagiert.

Was Nutzer jetzt tun sollten
WeChat und das Betriebssystem sollten auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Wer automatische App-Updates deaktiviert hat, sollte regelmäßig manuell prüfen. Für Unternehmen ist der Fall zudem ein Argument dafür, mobile Endgeräte und Messenger nicht nur über klassische Virensignaturen abzusichern, sondern ungewöhnliches Verhalten auf Geräteebene zu überwachen.
Auch andere mobile Angriffe zeigen, wie schnell sich die Bedrohungslage verändert. Auf Android nutzt etwa die neue RatHat-Malware KI und ADB-Funktionen für weitreichende Gerätekontrolle.
Quelle: Zimperium Mobile Threat Watch.

