
Bending Spoons kauft Miro: Deal über 1,355 Milliarden Dollar vereinbart
Der italienische Technologiekonzern Bending Spoons will die Kollaborationsplattform Miro übernehmen. Beide Unternehmen haben eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet. Der vereinbarte Unternehmenswert liegt bei 1,355 Milliarden US-Dollar; inklusive des Nettobarvermögens von Miro ergibt sich laut Bending Spoons ein Eigenkapitalwert von rund 1,79 Milliarden Dollar.
Abschluss im vierten Quartal 2026 geplant
Die Transaktion soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Voraussetzung sind die üblichen behördlichen Genehmigungen und weitere Abschlussbedingungen. Bis dahin bleiben Miro und Bending Spoons rechtlich und operativ unabhängig voneinander. Für Nutzer ändert sich deshalb zunächst nichts.
Miro-Gründer und CEO Andrey Khusid bezeichnet die Übernahme als langfristige Entscheidung. Das Unternehmen begann vor rund 15 Jahren als Online-Whiteboard und hat sich inzwischen zu einer Plattform für visuelle Zusammenarbeit und KI-gestützte Teamarbeit entwickelt.
Miro ist längst ein großes Enterprise-Geschäft
Die Größenordnung des Geschäfts zeigt, warum Miro für Bending Spoons interessant ist. Nach Angaben des Käufers nutzen mehr als 250.000 Organisationen die Plattform. Miro kommt auf rund 600 Millionen Dollar jährlich wiederkehrenden Umsatz; fast 90 Prozent davon entfallen auf Geschäfts- und Unternehmenskunden. Miro selbst spricht von knapp vier Millionen zahlenden Nutzern und insgesamt mehr als 100 Millionen Menschen, die das Produkt bereits verwendet haben.
Bending Spoons verspricht Investitionen – Änderungen dürften später folgen
Bending-Spoons-Chef Luca Ferrari kündigt nach dem Abschluss Investitionen in Leistung, Zuverlässigkeit und Funktionalität von Miro an. Gleichzeitig beschreibt Bending Spoons die eigene Strategie offen als tiefgreifende Weiterentwicklung übernommener Unternehmen. Dazu können organisatorische Umbauten, technische Änderungen, neue Oberflächen sowie Anpassungen bei Produktentwicklung, Marketing und Monetarisierung gehören.
Konkrete Änderungen bei Miro sind damit aber noch nicht beschlossen. Khusid schreibt, Bending Spoons wolle das Unternehmen nach dem Abschluss zunächst kennenlernen und erst anschließend Entscheidungen zu Struktur und Rollen treffen.
Bending Spoons setzt seine Einkaufstour fort
Miro wäre ein weiterer prominenter Name im Portfolio von Bending Spoons. Dazu gehören inzwischen unter anderem Airtable, AOL, Brightcove, Eventbrite, Evernote, Vimeo und WeTransfer. Erst Anfang September hatte das Unternehmen die Übernahme von Airtable abgeschlossen.
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